Folgt nun der schönste und beste Butter=Taig / von welchem ich jährlich etlich Centner mache.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch II-1 Kap. 1 Nr. 005

Originalrezept:

Nun nimmt auf 5. viertels Pf. des besten und schönsten Meels / 1. Pf. Butter / und wird zugericht / wie folgt: Nimm von dem Meel 5. viertels Pf. mit zugehörigem Saltz / auf einen saubern Tisch oder Brett / mache eine Gruben in die Mitt / schlag zwey Eyerdotter / und dann so viel frisch Brunnen=Wasser darein / daß du vermeynest / er werde dir nach dem ersten zusammenwircken / folgends in der Arbeit wenig oder gar nicht mehr an dem Tisch oder Tafel picken / und in dem Auswircken anhängen / und sobald er gleich anfangs zusammen an ein Ballen gemacht ist / wird er auch gleich darauf dreymal nacheinander gleich einem langen Strick / auch in der dicken eines kleinen Fingers mit den Händen auf der Tafel ausgewältzet / und allzeit wieder zusammen gemacht / und eine Weil rasten lassen / in 2. Theil: Dann nimm 1. Pf. des besten süssen Butters / der zugleich etwas hart und zäh sey / spritze ein wenig frisches Wasser auf ein Ort der Tafel / oder anderes saubers Brett / fahre mit der flachen Hand darüber / damit das Ort gleich naß sey / dann knete und balle den Butter auf disen Ort / daß er von der Milch gereiniget / auch zugleich schön glatt und zäh / aber nicht etwann gar zu weich wird / dann mache 2. gleiche Theil und Laiblein daraus. Jetzt nimm ein Laiblein von dem gerasten Wasser=Taig / mache denselben mit der Hand / oder Wallholtz etwas breit auseinander / lege einen Theil Butter mitten auf den Taig / und zieh den Taig um und um herüber / daß der Butter mitten in den Taig hinein kommt / schlag oder truck mit dem Walger ein Creutz darauf / darmit sich der Butter darinn ein wenig austheile / dann walcke ihn gantz sanfft mit langen Stösssen schön dünn / und gantz rund aus / aber gib acht / daß er dir nicht an dem Tisch picket / und wann du ihn mehr dünner treiben kanst / so schlage die 2. Seiten gegen einander gleich herüber / daß der Taig lang und etwann Spannen=breit werde / dann schlag auch das Ober=Theil biß auf die Mitte herab / und das Unter=Theil hinauf / daß er viereckigt wird / mache mit einem Finger ein Dupff darein / und laß ihn eine Weil rasten / unterdessen nimm auch den andern / und verfahre auch damit wie mit dem ersten / wann er geschlagen ist / so laß ihn auch rasten / dann nimm wieder den ältern / und treibe ihn nach der zwerch / daß er schier Arm lang / und nur eine gute Spannen=breit bleibt / schlage wieder das obere Ort biß auf die Mitte herab / das untere auch hinauf / daß er wieder viereckigt wird / mache mit dem Finger zwey Dupffen darein / damit du in dem Schlagen nicht irr werden / laß ihn wieder eine Weil ruhen / treibe und schlage ihn hernach das drittemal / auch / wie jetzt das anderemal geschehen / also wird jeder Theil dreymal geschlagen oder getrieben / daß er allemal viereckigt wird / so ist er fertig / und wer ihn gern blättlet hat / der treibt ihn aus so groß / als man ihn verlangt / und macht daraus Krapffen / Butter=Schnitten / Pasteten / oder Dorten / was man will / wer ihn aber gern trucken und subtil hat / der kann ihn noch einmal treiben / aber nur das halbe Blatt herüber schlagen / daß er doppelt ligt / dann mache daraus / was du willst / Pasteten / Dorten / oder Krapffen.

Übersetzung:

Butterteig (Blätterteig)

Kategorisierung:

:

Hauptzutaten: , , , ,

Transkription:

Marlene Ernst

Zitierempfehlung:
Marlene Ernst (Transkription): "Folgt nun der schönste und beste Butter=Taig / von welchem ich jährlich etlich Centner mache.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch II-1 Kap. 1 Nr. 005,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=folgt-nun-der-schoenste-und-beste-buttertaig-von-welchem-ich-jaehrlich-etlich-centner-mache (20.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Marlene Ernst.