Flöckh zu Khochen. /

Aus: Dückher Kochbuch (1654), Nr. 078

Originalrezept:

Nimb flöckh, Wasche Sie sauber auß, sez Sie zue, / nimbs herauß, legs in ein kaltes wasser, buze / sie schen ab, söz Sie widerumb zue, vnd thues woll / Salzen, laß Sieden, d(a)s sie ain Wennig Waich werden, / nimbs wid(er) herauß, buze Sie sauber auß, scharb / sie klain, als wie die gescharbten Nudl, vnd / wans geschniten seien, so gieß ein labletes wass(er) / darauf, wasche Sie schön auß, vnd nimb ain höfen / d(a)s 2/4. halt, gieß darauf halben taill fleisch Supn, / vnd halben taill wasser, d(a)s d(a)s höfen voll wiert, / nimb ain hant voll Petersillwurzen, wasch sie / auß, buze Sie sauber auß, würfs in ain Saubers // (35v) frisch wasser, wan sie ein harten Khern haben, / so nimb in herauß, vnd würf in wöckh, / vnd nimb den Petersill, schneit in klain ge= / =würflet, thue in zum flökhen, vnd thues ge= / =würzen mit allerlei gewürz, nimb .2. löfl / voll Semel, reste Sie schön gelblet, vnd nimb / woll zwifel, hakh in schön klein, rest in / mit der Semel, d(a)s d(er)* zwifel woll waich wiert, / aber er mues nit braun werden, thue In / zu den flökhen, vnd laß Sieden .3. stundt / miteinander, wan sie sein abgesoten, so gieß / sie in ain kleines höfen, vnd laß sieden, der= / =nach richte es an. /

Anmerkung:

* Das „der“ wurde nachträglich eingefügt.

Mit „Flöckh“ werden die Kutteln, der in Streifen geschnittene Pansen von Wiederkäuern, bezeichnet. Adelung beschreibt eine Bedeutungsform der Flecken als „Stücke von den Gedärmen und Eingeweiden der Thiere, in den Küchen und bey den Fleischern“ (Bd. 2, Sp. 192). Wie aus dieser ausführlichen Beschreibung hervorgeht, müssen Kutteln einem ausgiebigen Reinigungsprozess unterzogen werden, bevor man sie verkocht.

Übersetzung:

Gekochte Kutteln

Transkription:

Marlene Ernst

Zitierempfehlung:
Marlene Ernst (Transkription): "Flöckh zu Khochen. /", in: Dückher Kochbuch (1654), Nr. 078,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=floeckh-zu-khochen (16.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Marlene Ernst.