Falsches Wildpret.

Aus: Die süddeutsche Küche (1858), S.116/7

Originalrezept:

Ein schönes Stück von gutem Lungenbraten löst man von Bein und Haut, klopft es tüchtig und reibt es mit Salz und gestoßenen Wachholderbeeren gut ein. Dann legt man es zwischen Tannennadeln und schwert es ein. So läßt man es 2 bis 6 Tage bei täglichem Umkehren, dann nimmt man das Fleisch heraus, spickt es und gibt eine starke Beitze, mit der man ebenfalls Tannennadeln mitkochen läßt, siedend darüber, deckt es mit Tannensträußchen zu, und wendet es öfters um.
Nach 2 Tagen bratet man es bei fleißigem Begießen mit der Beitze und wenn es halb fertig ist, sprudelt man sauren Rahm mit etwas Mehl ab und schüttet es darüber. Dann zieht man das Fleisch vom Spieße und läßt es in einer Rein mit der Sauce noch mürber dünsten und richtet es mit etwas davon an, die übrige gibt man in besonderer Schale.

Transkription:

Julian Bernauer

Zitierempfehlung:
Julian Bernauer (Transkription): "Falsches Wildpret.", in: Die süddeutsche Küche (1858), S.116/7,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=falsches-wildpret (01.12.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Julian Bernauer.