Eyer= Wämmlein.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 11, Nr. 031

Originalrezept:

NEhmet vier oder sechs Eyer / nach dem man viel oder wenig machen will ; schlaget und zerklopffets in einem Häfelein wohl / saltzets / hackt ein wenig Petersilien= Kraut / und rührets darunter : wer aber nicht gern von grünen Kräutern essen mag / kans nur von blossen Eyern machen ; dann lasset in einem flachen Pfännlein ein wenig Butter oder frisches Schmaltz heiß werden / giesset es wieder heraus in ein Häfelein / und schüttet ein wenig von den gerührten Eyern in das Pfännlein / last es aber in dem hineingiessen geschwind herum lauffen / haltets ein wenig über das Feuer / so wirds ein dinnes Plätzlein : nehmets dann heraus / legets auf einen Deller / giesst das Schmaltz wieder in das Pfännlein / lassets über dem Feuer / wie zuvor / warm werden / schwingets in dem Pfännlein herum / und giesst es wieder heraus / dagegen aber etwas von den zerrührten Eyern darein / biß so lang und viel die Eyer sämtlich eingeschüttet worden : Wickelt oder rollt hernach die Plätzlein zusammen / und schneidet sie gantz schmal / giesset in einem stollichten Häfelein eine gute Fleischbrüh daran / streuet ein wenig Muscaten= Blüh und Pfeffer darein / thut ein gut Stuck Butter dazu / setzets auf eine Glut / und lassets aufsieden. *

*          Wann man diese Eyer= Wämmlein nicht klein schneiden will / kan man nur zusamm= gewickelte Würstlein daraus formiren / selbige in eine Schüssel legen / von Fleischbrüh / Butter und Gewürtz / eine Butter= Brüh darüber machen / und auf der Kohlen aufsieden lassen.

Anmerkung:

wir kennen es heute unter Frittatensuppe

Transkription:

Irene Tripp

Zitierempfehlung:
Irene Tripp (Transkription): "Eyer= Wämmlein.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 11, Nr. 031,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eyer-waemmlein (20.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Irene Tripp.