Erd= Aepffel zu kochen / auf andere Art.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 10, Nr. 197

Originalrezept:

WAschet die Erd= Aepffel / setzets in einem Wasser zu / und last sie sieden / biß man vermeint / daß sie fast weich sind / und die Haut herab geht; thut sie alsdann in eine erdene Schüssel / schählet und schneidet sie zu Plätzlein / die nicht gar zu dinn sind / legets in einen stollichten Hafen / giesst eine gute Fleischbrüh daran / würtzets mit Pfeffer und Muscaten= Blüh / und last sie ein wenig in der Fleischbrüh sieden: Alsdann / wann man sie schier anrichten will / thut eine Butter dazu / brennet ein wenig Mehl darüber / setzets in eine Kohlen / und lassets sieden / daß ein dicklichtes Brühlein daraus werde; versuchets / obs recht in Saltz sind / und richtets dann an.

Anmerkung:

Ende des 17. Jh. begann sich die Kartoffel in Mitteleuropa allmählich durchzusetzen, aber sie wurde erst gut ein Jahrhundert später zum Volksnahrungsmittel, vor allem auf Betreiben Friedrichs des Großen, der durch großflächigen Kartoffelanbau Hungersnöten vorbeugen wollte.

Der letzte Satz des obigen Rezeptes zeigt, dass man bereits bemerkt hatte, dass die Kartoffel viel Salz „schluckt“.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Erd= Aepffel zu kochen / auf andere Art.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 10, Nr. 197,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=erd-aepffel-zu-kochen-auf-andere-art (11.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.