Einen wilden Schweins= Kopff zu zurichten.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 08, Nr. 001

Originalrezept:

LEget den wilden Schweins= Kopff / wann er zuvor gesengt und abgeputzet ist / in ein frisches Wasser / reibet ihn hernach mit einem saubern Ziegelstein wohl ab / damit das Schwartze und Unreine davon komme; waschet selbigen in einem reinen Wasser aus / stecket ihm ein paar Hände voll Saltz ins Maul / und stopffet es wohl hinab; leget ihn alsdann in einen Hafen / giesset halb Wasser und halb Essig daran / werfft noch drey guter Händ voll Saltz / einen guten Theil gantzes Ingbers / Pfeffer= Körner / Muscaten= Blumen / auch Lorbeere / dergleichen Blätter und Roßmarin= Zweiglein darein; lasset ihn sechs oder sieben Stunden lang sieden / nach dem er starck ist: Wann er nun eingesotten / giesset rothen Wein daran / damit das Fleisch schön roth werde / drehet den Kopff offt mit einem Löffel herum / daß er sich nicht anlege / und lasset ihn also gemach sieden / er bricht sonst gerne auf. So er nun weich ist / und ihr selbigen heraus nehmen wollet / seihet zuvor die Brühe davon / und stürtzet ihn dann heraus auf einen grossen Teller; dabey aber wohl in acht zu nehmen / daß man ihn ja nicht bey dem Rüssel in die Höhe hebe / weil solcher Gestalt die beede Kiefer ausreissen: Wann er dann über Nacht erkaltet / leget ihn in eine Schüssel / und gebet ihm eine Citronen oder Pomerantzen ins Maul / streuet Blumenwerck und Citronen= Plätze darauf / hänget an die beeden Ohren Kräntzlein / und setzet ihm einen etwas grössern Kranz oben auf.

Transkription:

Christiane Egger

Zitierempfehlung:
Christiane Egger (Transkription): "Einen wilden Schweins= Kopff zu zurichten.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 08, Nr. 001,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=einen-wilden-schweins-kopff-zu-zurichten (26.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Magdalena Bogenhuber.