Einen Gogelhopffen zu bachen / noch anderst.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 193

Originalrezept:

ZU einem Diethäufflein / oder den achten Theil eines Metzens / deß allerschönsten Mehls / rechnet man 8. oder 10. gantze Eyer / ein halb Pfund zerlassenes Schmaltz / etwas weniger als ein Seidlein oder halbe Maas Kern oder Ram / und vier oder fünff grosser Löffel voll Heffen ; alsdann muß man erstlich den halben Theil Mehl mit der Heffen / zusamt dem warmen Kern / zu einem linden Teiglein anmachen / bey einem warmen Ofen hernach wohl gehen lassen : wann er nun gangen ist / muß man die zerklopffte Eyer und zerlassenes Schmaltz mit einander an das übrige Mehl und Teig giessen / saltzen / und starck abschlagen ; so er zu dick werden will / kan man noch ein wenig Kern daran giessen : Wann er nun fertig / nehmet ihn aus dem Becken oder Tiegel / darinnen man selbigen angemachet hat / und arbeitet ihn wohl auf einem Bret ab / giesst zimlich viel zerlassenes Schmaltz in das Becken oder Model / darinnen man ihn bachen will / leget den Teig darein / daß das Becken ein paar Finger hoch leer bleibt / setzets wieder zu der Wärme / daß er ferner gehet / biß das Becken gantz voll wird / und so dann in den Ofen / welcher so heiß seyn muß / wie zum Brod : wann nun der Gogelhopffen oben her zu braun werden will / decket man ein Papier darüber. Es hat aber ein Gogelhopffen / von einem Diethäufflein Mehl / ohngefehr eine gute Stund zu bachen ; alsdann seihet man das Schmaltz herab.*

* Auf diese Weise kan man auch fast den Teig zu denen Spitzwecken anmachen ; man nimmt aber zu einem Diethäufflein / oder achten Theil eines Metzens / Mehl / drey oder vier Eyer / und drey guter Löffel voll Bier= Heffen / auch beyläufftig ein halb Pfund Schmaltz / lässet den Teig zweymal gehen / flicht und bächet ihn dann wie Num. 185. mit mehrern beschrieben worden.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Einen Gogelhopffen zu bachen / noch anderst.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 13, Nr. 193,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=einen-gogelhopffen-zu-bachen-noch-anderst (12.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.