Einen gefüllten Stockfisch.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 03, Nr. 202

Originalrezept:

NImm ein Schwantz= Stück / thue das Grät in der Mite heraus / schuppe und wasche dieselbige sauber / brühe es mit einem warmen Wasser / welches gesaltzen ist / nur ein einig mal an; dann würtze es einwendig mit Ingber / Pfeffer und Muscatblüh untereinander gemischt; nimm ferner Meyenkraut und Zwiebeln / hacke sie wol klein / reib ein Semmelmehl / röst es zusamt dem zuvor gehackten Meyenkraut und Zwiebeln im Schmaltz; schütte es dann in ein Näpfflein oder Schüsselein / würtze es / schlag ein paar Eyer daran / und rühr es alles wohl untereinander / thue noch ein Stuck Butter darein: nimm alsdann den gewürtzten Stockfisch / drucke das Wasser wohl heraus / und fülle die Füll daselbst hinein / wo du die Grät heraus gethan hast; binde ihn hierauf mit einem Bindfaden zu / leg lange Späne oder Schleissen in eine Bratpfannen / und den Stockfisch oben darauf / brenne oder treiffe auf beyden Seiten ein heisses Schmaltz darüber / wende ihn ein= oder zweymal um / und laß ihn also in einem Bach= Oefelein / oder auf einem Rost / oder auch in einer Fisch= reisten / nach belieben / braten.

Anmerkung:

  • Meyenkraut ist Waldmeister.
  • Weshalb man den Fisch auf lange Holzspäne (=Schleissen) legen soll, wird nicht erklärt; vielleicht, um das Ankleben und Zerreißen der Fischhaut in der Pfanne zu verhindern.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Einen gefüllten Stockfisch.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 03, Nr. 202,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=einen-gefuellten-stockfisch (24.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.