Eine Wildpret= Pasteten

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 020

Originalrezept:

ALles starcke Wildpret / es seye gleich von einem Schwein / Hirschen oder Rehe / nachdem es gebeitzt worden / muß alles / ehe es eingeschlagen wird / ein wenig / um zu ertrocknen / auf den Rost geleget werden ; oder man kan es auch zuvor / zu solchem Ende / in ein Bach= Oefelein schieben : dann wird das vom Reh und Hirschen gespickt / das Schweinene aber ungespickt gelassen ; alsdann eingesaltzen und gewürtzt / wie das schwartze zuvor besagte Geflüg : auf den ausgewälcherten Boden der Pasteten / wird nichts als Pfeffer / oder auch ein wenig geriebenes Rocken= Brod / gestreuet / das Wildpret darauf gelegt / mit Pfeffer / Ingber / Negelein / Muscaten= Blüh und würfflicht= geschnittenen Citronen= Schelffen wiederum überstreuet / und mit dergleichen Plätzen / wie auch dinn= geschnittener Butter belegt / der Deckel darüber geschlagen / und die Pasteten dem Gebrauch nach folgends verfertiget : Man muß aber allen diesen starcken Wildpret= Pasteten zweymal Brüh geben / es wäre dann daß es sehr lang in der Beitz gelegen ; die Brüh wird gemeiniglich auf ein halbes Seidlein gerichtet / und von halb Wein / halb Essig ; die letzere aber noch dazu mit einem gerösteten Mehl an= und zusammen gemacht / wie selbige bey der wilden Gans= Pasteten Num. 16. weitläufftiger beschrieben / zu finden.

 

Transkription:

Irene Tripp

Zitierempfehlung:
Irene Tripp (Transkription): "Eine Wildpret= Pasteten", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 020,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-wildpret-pasteten (19.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Irene Tripp.