Eine Suppen von Schildkrotten.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-2 Kap. 5 Nr. 106

Originalrezept:

Schneide denen Schildkrotten die Füß und Schweiff auch Kopff hinweg / legs in ein frisches Wasser / wasche sie aus und legs hernach in ein siedendes Wasser / wirff Saltz darein / sieds / und beobachte / daß / wann sie sich gern aufmachen lassen / seyn sie gesotten / thue es mit einem Löffel heraus / nimm ein Tuch in die Hand / hebe die Schaalen von einander / thue das Gedärm / sammt Leber / Magen und Eyer heraus / wann sich aber die Gall in die Leber hat ausgossen / wird selbe mit dem unreinen Gedärm hinweg gethan / die Eyer seyn gut / der Magen wird aufgeschnitten und sauber gebutzt / theile das übrige zu vier Stücklein / gleich einem zerlegten Hünlein / kühls ab / oder wasche es aus / im Fall du aber sauber damit umgehest / ist solches nicht vonnöthen / dann sie davon abgeschmackt werden / legs darnach zusammen in ein Rein; hast Maurachen / ausgelößte Austern / oder Müschelein / können solche auch darzu genommen werden / allein die Maurachen musst du besonder zurichten / und nach Gelegenheit auf die Suppen brauchen / dann / wann sie unter die Schildkrotten solten vermischet werden / würden dieselbigen ganz schwartz davon / gewürtz die eingerichte Schildkrott mit ein wenig Pfeffer / Muscatblühe / einen von Näglein besteckten Zwibel / ein Blättlein Lemoni / klein= geschnittnen Rosmarin und Petersil= Kräutlein / giesse von der zuvor durchgetriebenen gut= verfertigten Erbs= Brühe / welche nicht gar zu dick seyn muß / daran / und laß es gleich vor dem Anrichten mit ein wenig frischen Butter noch einmal aufsieden / setze ein Schüssel mit gebähtem Brod auf eine Glutpfann / schütte ein wenig von vorbesagter Erbs= Brühe daran / deck es zu / und laß es weich werden / wann man nun gleich auftragen will / so richte die Viertel von denen Schildkrotten / sammt denen Eyer und Mäglein schön auf die Suppen / gibe auch dieselbige Brühe darüber / und regaliers mit / aus einem Teiglein / gebachenen Petersil / oder hast du soviel Schildkrotten / so nimme etliche Biegel / und nachdem sie zerlegt / ein wenig gesaltzen / gewürtzet / eingemelbet / oder durch ein Taiglein gezogen / und aus einem heissen Schmaltz gebachen seyn / regaliere sammt den Maurachen wechselweiß den Ranfft der Schüssel darmit / trags warm auf.

Transkription:

Christiane Egger

Zitierempfehlung:
Christiane Egger (Transkription): "Eine Suppen von Schildkrotten.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-2 Kap. 5 Nr. 106,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-suppen-von-schildkrotten (08.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Magdalena Bogenhuber.