Eine Suppen von Karpffen mit gefüllten Köhl

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-2 Kap. 1 Nr. 014

Originalrezept:

NImm schöne / gelbe Köpfflein von den gehaupten Köhl oder Wörsich / die nicht gar zu groß seynd / schneide den Startz sammt den auwendig= untauglichen Blättern herab / wirffs in ein frisches Wasser / und wasche ihn sauber aus / setz ein Wasser über das Feuer / saltzs ein wenig / thue den Köhl darein / überbrühe solchen / seige ihn alsdann wiederum ab / lege darnach denselben in einen Durchschlag / giesse ein wenig frisches Wasser darüber / lasse selben noch einmal abseigen / und besiehe / daß du eine gute Erbs= Brühe in Vorrath hast / nach disem nimme ein Stücklein Fisch von Karpffen oder Hechten / löse das Brät davon herab / faltz / und hacks klein / gewürtz mit Pfeffer und Muscatblühe / schneide einen Zwibel gantz klein / röste solchen mit kleingehackten Petersil in Butter / mache mit zwey Eyer auch ein wenig Milchram ein Eingerührtes daraus / hacks sodann sammt einer in Milchram geweichten Semmel / auch Butter / jedoch nicht gar zu naß / darunter / und kosts / ob solch zubereitete Füll recht sey? nimm dann den Köhl / besprenge ihn mit ein wenig Saltz und Pfeffer / fülle von dem gemachten Gehäck / soviel dir beliebt / darein / lege einen frischen Butter / sammt gescheelten / kleingehackten Knoblauch an dem Boden / und den gefüllten Köhl auch nebeneinander in ein Rein / mache also von lauter Gewürtz / Erbs= Brühe ein gute Suppen daran / (wanns aber von gerösten fischen geschiehet / so ists desto besser) und giesse darzu soviel du vonnöthen hast / seynd Austern oder Muscheln vorhanden / löse dieselbe aus / und nimm es auch darzu / setz auf eine Glut / decks zu / und lasse solches sieden / biß du vermeynest / daß es genug seye / bleibt dir was von der Füll übrig / so bereite daraus was du willst / eine Wurst oder Knödlein / und legs auf den Köhl hinein / aufdaß alles zugleich fertig werde / setz hernach die Schüssel mit gebähtem Brod auf / schütte von dem Köhl / oder eine andere gute / fette Erbs= Brühe daran / und laß es eine Weile zugedeckter stehen / gibe acht daß der Köhl von dem Butter / oder auch ein wenig Oel fett genug seye / schneide denselbigen nach Belieben voneinander / und richte ihn nach Gefallen um und um auf die Suppen / trags also warmer auf.

Übersetzung:

Karpfensuppe mit gefülltem Kohl

Transkription:

Simon Edlmayr, Martina Rauchenzauner

Zitierempfehlung:
Simon Edlmayr, Martina Rauchenzauner (Transkription): "Eine Suppen von Karpffen mit gefüllten Köhl", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-2 Kap. 1 Nr. 014,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-suppen-von-karpffen-mit-gefuellten-koehl (14.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Marlene Ernst.