Eine Suppen von Brüß / fricassirt / und mit gebachnen Petersil umlegt.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-1 Kap. 6 Nr. 144

Herkunftsbezeichnung(en): Genueser Zitronen

Originalrezept:

WAnn die Brüß gebrühet / und wieder abgekühlet seyn / werden selbe klein gewürfflet geschnitten / mit Pfeffer und Muscatnuß gewürtzt / und ein gantzer mit Näglein besteckter Zwibel / sammt einem Blättlein von einer Genueser= Lemoni / auch einem Büschlein zusamm= gebundenen Petersil darzu gelegt / dises alles mit gar ein wenig Meel im Butter etlichmal herüber geschwungen / gute Fleischbrühe daran gegossen / auf eine Glut gesetzt / und noch ein wenig gesotten: Währendem diser klaube Petersil= Kraut / und mache gantz kleine Büschlein nacheinander auf eine Schüssel / zieh solche durch ein Salbey= Taiglein / und bachs gleich denen Salbey= Küchlein aus heissem Schmaltz / dann setz die Schüssel mit gebähtem Brod auf eine Glut / giesse ein wenig gute Fleischbrühe daran / mache Eyerdotter in ein Häfelein / nimm darzu klein= gehackten Petersil / frischen Butter / geriebne Muscatnuß und Lemoni= Safft / dises rühre erstlich mit gar wenig Fleischbrühe an / hernach unter die zugerichte siedende Brüß / gibs oben über die Suppen / und lege den gebachnen Petersil herum / so ist es gut.

Anmerkung:

Anscheinend wurden von Genueser Zitronen auch die Blätter verwendet, nicht nur als Garnierung, sondern auch zum Würzen. Hildegard von Bingen empfiehlt Tee aus Zitronenblättern gegen diverse Krankheiten.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Eine Suppen von Brüß / fricassirt / und mit gebachnen Petersil umlegt.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-1 Kap. 6 Nr. 144,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-suppen-von-bruess-fricassirt-und-mit-gebachnen-petersil-umlegt (18.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.