Eine Suppen mit grün= gefüllten Hünlein und Kapäunlein von Spinat gemacht.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-1 Kap. 3 Nr. 072

Originalrezept:

Erstlichen nimm Brüßlein / und wann dieselbe überbrühet / so schneide solche klein= gewürfflet / und röste es hernach mit etwas klein= gehackten Zwiffel und Petersil im Butter / besprengs auch mit nöthigem Saltz und Pfeffer: Unterdessen klaube / wasche und brühe den Spinat / wie sonsten gebräuchig / trucke das Wasser aus / nimm ein kleinen Theil darvon / und hacke ihn klein mit ein wenig Petersilkraut / den andern Theil aber lasse gantz / lege überall einen mit Näglein besteckten Zwiffel darzu / gewürtz auch mit ein wenig Pfeffer / Saltz und Muscatnuß / röste solche zwey Theil im Butter / und giesse an den gehackten ein wenig Fleischbrühe / setz alsdann auf ein Glütlein: Darnach nimm etlich grosse Blätter von Spinat oder Büssenkraut / stosse dise in heisses Wasser / daß sie welck werden / und fülle solche mit dem gerösten gantzen Spinat und Brüßlein / machs von der Füll so groß / daß man eins auf einmal in den Mund schieben kann / verfertige auch so viel / daß du damit um den Rand der Schüssel zu legen bestehest / von diser Füll thue auch etlich andere lange Strützel machen / und lege sie nebeneinander in ein mit Butter bestrichenes Geschirr / zuvor aber / ehe du solche hinein legest / mußt du das zubereitete Geschirr / mit klein= gebähtem Semmel= Brod / und klein= gehackten Petersil vermischter bestreuen / alsdann richte die Kapäunlein nebeneinander darein / begieß es oben mit Butter / und besprenge sie auch zugleich mit dem angemachten Brod / setz auf / gib unten und oben Glut; bereite ingleichen Eyerdotter mit gar ein wenig Lemoni=Safft / frischen Butter und Muscatnuß / setz die Schüssel mit gebähtem Brod auf / schütte ein wenig daran / hast ein gesottnes Hun / Hünlein oder Capäunlein gesotten / so legs auf die Mitte / giesse von der Brühe noch etwas an den gehackten Spinat / rühre geschwind die Eyerdotter darein /gibs auf der Suppen herum / lege die lange Strützel Sternweiß darauf / hast noch etwas von denen gerösten Brüßlein / richts entzwischen / und die Kapäunlein herum.

NB. Wann diese Suppen für Personen gehört / die etwann Liebhaber des Parmasan= Käß seyn / so kann dergleichen untermischt / und zu End darauf gestreuet / und ohne die Brüß verfertigt werden.

Transkription:

Erika Hurer

Zitierempfehlung:
Erika Hurer (Transkription): "Eine Suppen mit grün= gefüllten Hünlein und Kapäunlein von Spinat gemacht.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-1 Kap. 3 Nr. 072,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-suppen-mit-gruengefuellten-huenlein-und-kapaeunlein-von-spinat-gemacht (18.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.