Eine Rindfleisch= Pasteten / auf andere Art.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 029

Originalrezept:

MAn nehme den Riemen / und lege ihn in einen Essig / lasse ihn ungefehr acht Tage / oder auch so lang man will / beitzen ; dann wird er gespickt / und läst man ihn zuvor im Essig und Wasser / zusamt ein wenig Saltz / ungefehr eine Stund absieden ; hat er im Essig lang gebeitzt / so darff man nachmal nicht so viel Essig darunter nehmen zum absieden ;  ist er aber nicht lang im Essig gelegen / kan man desto mehr Essig unter das Wasser zum absieden mischen : wann nun das Fleisch eine Stund gesotten / nimmt man es heraus / lässet es wohl vertrocknen / und wieder gantz erkalten / würtzet es auch mit Pfeffer / Cardamomen und Muscatblüh ; wann das Fleisch etwas zu leiß im Saltz wäre / kan man es auch noch ein wenig saltzen : wann nun der Pasteten= Teig schon beschriebener massen zubereitet worden / wälchert man einen Boden aus / leget den Riemen / oder das sonst beliebige Stuck Fleisch in die Runden herum / bestreuet und beleget es mit Limonien / Butter / und ein wenig klein= geschnittenen Citronen= Schelffen / druckt oben auf das Fleisch Citronen= Safft / und streuet Gewürtz darauf : wann nun der Deckel ausgewälchert ist / wird er darauf gelegt / und muß die Pasteten mit der Brüh ferner verfertiget werden / wie die andere schon beschriebene.

Anmerkung:

Der Riemen ist das fleischige Lendenstück vom Rind

Transkription:

Irene Tripp

Zitierempfehlung:
Irene Tripp (Transkription): "Eine Rindfleisch= Pasteten / auf andere Art.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 029,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-rindfleisch-pasteten-auf-andere-art (28.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Irene Tripp.