Eine Pomerantzen= Sultze.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 14, Nr. 021

Originalrezept:

NEhmet einen Vierding / oder viertel= Pfund Zucker / giesst Wein und Wasser / nach gutgeduncken / so viel darauf / als zu einer Schüssel voll genug ist; legt gantze Zimmet und Negelein darein / lassets so lang sieden / biß es ihnen den Geschmack ausziehet: schneidet alsdann von etlichen Pomerantzen die Schelffen herab / daß nichts Weisses daran bleibe / die Pomerantzen aber müssen ausser der Schelffen gantz bleiben: alsdann legts in ein frisches Wasser / und siedets auch im Wasser ein wenig ab; lassets auf einem Tuch ein wenig wieder vertrocknen; hernach leget selbige in den obigen Julep / lasset sie sieden / daß sie zimlich weich werden / doch aber nicht versieden; nehmets wieder heraus / und legets auf eine Schüssel: von denen Schelffen aber / so ihr davon geschnitten / schneidet das Weisse genau heraus / daß sie wohl dinn werden / und so dann länglicht / zuvor aber lassets ein wenig im frischen Wasser ligen / und wann sie geschnitten / in einem Wasser übersieden / damit das bittere davon komme; alsdann schüttet sie zu den gantzen Pomerantzen in den Julep / last sie ferner sieden / und wieder auf einem Sieb abseihen: leget hernach die Schelffen oben auf die Pomerantzen / den Julep aber siedet so lang mit Haussenblasen / biß er gestehet; lasset ihn dann ein wenig erkuhlen und gefallen / seihet selbigen hernach einmal zwey oder drey durch ein wollenes Tuch / biß die Sultzen recht schön hell wird / giessets alsdann in die Schüssel über die Pomerantzen / und zierets noch ferner / nach belieben / mit verguldeten Nüßlein oder Mandeln.

Anmerkung:

Julep =  Dicksaft, Sirup

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Eine Pomerantzen= Sultze.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 14, Nr. 021,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-pomerantzen-sultze (26.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.