Eine Pfersich= Sultze.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 14, Nr. 022

Originalrezept:

NEhmet ein Pfund schöner frischer rother Pfersiche / schählet sie auf das schönste / schneidets halb von einander / thut ein Pfund Zucker dazu / giesset anderthalb Seidlein von folgendem Aepffel= Safft daran / lassets miteinander sieden / faumet es schön ab / leget die Pfersich hinein / und lassets gemach sieden / daß sie nicht zerfallen; wann sie dann ein wenig weich werden wollen / legets heraus auf ein reines Geschirr / und deckets also gleich fleissig zu / so bleiben sie schöner / als wann der Lufft darauf darauf gehet; in den Julep aber / oder in die Sultzen / thut ein wenig eingeweichte oder gesultzte Haussenblasen / und lasset beedes mit einander sieden / biß es besteht; auch kan man ein wenig Gewürtz / wie bey denen andern Sultzen / mit sieden lassen / und etliche wenige Citronen= Schelffen und dergleichen Safft dazu thun / damit sie einen guten Geschmack bekomme; alsdann / wie bey denen vorigen Sultzen bereits erinnert worden / etliche mal durch ein reines Tüchlein seihen / biß die Sultzen schön hell wird; hernach die Pfersiche in eine Schüssel legen / diese Sultzen darüber giessen; und wann man die Pfersiche nicht gern gantz will haben / selbige gleich anfangs halb von einander schneiden.

DEr Aepffel= Safft / dessen wir gleich jetzo gedacht / wird also dazu gemacht: Schneidet schöne Brünner oder Parstörffer= Aepffel ungeschählt zu Spältlein / nehmet die Butzen mit samt den Kernen hinweg; legts in ein reines Wasser / daß solches darüber geht / last sie darinnen / doch nicht zu weich / sieden: alsdann druckt den Safft durch ein Tuch / und nehmet zu einem halben Pfund Safft / ein Pfund Zucker / auch wohl bißweilen so viel Safft so viel deß Zuckers ist / und lasset denselbigen im Safft zergehen; hernach siedet man ihn zu einer rechten Safft= Dicken / und kan ihn alsdann zu allerhand Frücht= Sultzen brauchen. Oder nehmet auf ein Pfund Zucker / anderthalb Seidlein dieses Saffts / lassets mit einander aufsieden / leget / wanns verfaumt / die Pfersich hinein / und verfertiget die Sultzen / wie gedacht.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Eine Pfersich= Sultze.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 14, Nr. 022,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-pfersich-sultze (17.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.