Eine Milch= Sultze / auf andere Art.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 14, Nr. 038

Originalrezept:

LAsset eine Maas Kern oder Ram sieden / klopffet das Weisse von acht oder neun Eyern / vermischt sie mit Zucker / Rosen= und Zimmet= Wasser; lasset aber ein wenig Haussenblasen in der Milch zugleich mit sieden: schüttet das Weisse von Eyern in den Kern / machet daß sie über dem Feuer nicht sehr / oder / welches noch besser / gar nicht zusammen gehen / gebet wohl acht / dann sie brennen gleich an / daher darff das Feuer nicht unter der Pfannen / sondern nur neben herum seyn; giessets in eine Schüssel / setzts an einen kühlen Ort / und bestreuets / wann es gestanden / mit gesiebten Zucker: Leget einen ausgeschnittenen Model darauf / und überstreuets mit Zimmet und Weinbeerlein oder Corinthen.

Anmerkung:

Das gefürchtete Anbrennen von Milchspeisen war in früheren Zeiten aufgrund der schwer zu steuernden Hitze und des einfachen Kochgeschirrs gang und gäbe; dies kommt in den heutigen Hightech-Küchen kaum mehr vor.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Eine Milch= Sultze / auf andere Art.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 14, Nr. 038,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-milch-sultze-auf-andere-art (22.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.