Eine Lunge / wie daraus Morgeln oder Maurachen zu machen.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 10, Nr. 033

Originalrezept:

NImm eine Kalb=Schaf=Geiß=oder Ziegen=Lunge / wiewol die vom Schaf am besten hiezu dienen soll: wasche und siede sie ab / thue die Lungen=Blätlein davon heraus / hacke die Lungen wohl klein / misch ein wenig Semmel=Mehl darunter / schlag Eyer daran / würtze es mit Pfeffer / Muscaten=Blüh und Cardamonen / rühr alles wohl durch einander / und formire Morgeln daraus / mach sie aber fein förmlich / daß sie oben ein wenig zugespitzt / nicht gar zu lang / und unten ein wenig dicklicht seyn: Mach ferner einen Teig an / von ein wenig Mehl und einem Eyerdötterlein / wie einen Ravioln=Teig / er muß aber etwas gesaltzen werden; alsdann wälchere denselben / daß er etwan eines Messerrucken dick verbleibet; schneide dann kleine Stücklein daraus / wälchere oder winde sie über einen Pfriemen oder Spindel / daß sie wie ein Morgenstiel anzusehen / stecke selbige fein gemach in die bereits formirte Morgeln / siehe aber wohl zu / daß er nicht zerfället; mach in einem Pfännlein ein Schmaltz heiß / lege diese gemachte Morgeln hinein / und bache sie nach und nach schön gelblicht heraus: Schlichte sie dann in eine Schüssel / mach eine gute Fleischbrüh siedend / thue Gewürtz und Butter daran / giesse sie über die Morgeln / und laß also in der Schüssel auf einer Kohlpfannen aufsieden.

Transkription:

Magdalena Bogenhuber

Zitierempfehlung:
Magdalena Bogenhuber (Transkription): "Eine Lunge / wie daraus Morgeln oder Maurachen zu machen.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 10, Nr. 033,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-lunge-wie-daraus-morgeln-oder-maurachen-zu-machen (28.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Magdalena Bogenhuber.