Eine Lebkuchen= Brüh über ein Wildpret und allerley schwartzes Gebratens.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 06, Nr. 057

Originalrezept:

SIedet einen Leb= oder Pfeffer= Kuchen in einem guten Rheinischen Wein / treibet ihn aber nicht durch / sondern würtzet selbigen mit Pfeffer / Zimmet / Cardamomen / und Muscaten= Blüh / giesst ein wenig Zitronen= oder Rosen= Essig hinzu / und lasset also diese Brüh noch ferner sieden; schneidet indessen etliche Zitronen= Plätzlein / duncket selbige in ein Trisanet / und leget sie dann / wann die Brüh schon allerdings aufgesotten hat / darein / giesset jetztbesagte Brüh in einen Tiegel / und lasset sie also wohl zugedeckt in einem Keller oder sonst kühlen Ort / erkalten: wann man dann etwas von selbiger gebrauchen will / nimmt man so viel / als man benöthiget ist / zusamt etlichen Zitronen= Plätzen heraus / läst es einen einigen wall aufthun / richtets über das Gebratens / belegt selbiges mit denen vorbesagten in der Brüh gelegenen Plätzen / und streuet frisch= und würfflicht= geschnittene Zitronen= Schelffen darauf.

Transkription:

Waltraud Ernst

Zitierempfehlung:
Waltraud Ernst (Transkription): "Eine Lebkuchen= Brüh über ein Wildpret und allerley schwartzes Gebratens.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 06, Nr. 057,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-lebkuchen-brueh-ueber-ein-wildpret-und-allerley-schwartzes-gebratens (14.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Waltraud Ernst.