Eine Karpffen= Pasteten.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 036

Originalrezept:

DIe Karpffen / wann sie in eine Pasteten eingeschlagen werden sollen / müssen zuvor geschuppt / und so man selbige gantz einschlagen will / am Rucken nur so weit / gegen den Schwantz zu / aufgemacht werden / als weit sich das Eingeweid erstrecket ; der Kopff aber wird fällig durchschnitten ; dann kan man den Fisch einwendig zuvor ein wenig mit Pfeffer / Cardamomen und Muscaten= Blüh einwürtzen / auch den Boden deß Teigs mit Saltz / Pfeffer und Ingber bestreuen / und den Fisch / der Länge nach / auf der Seiten darauf legen : wann man aber den Karpffen in Stücke zu zerschneiden beliebt / wird er am Bauch aufgemacht / und überzwerch / wie an dem Aal und Hecht / die Stucke geschnitten ; dabey auch zu erinnern / daß die Karpffen nicht dörffen ausgewaschen werden ; ist es ein Milcher / kan man die Milch auch dazu hinein thun / aber von keinen Rogen wird nichts dazu gethan : wann nun also der Fisch / und zwar der Kopff auf den Boden deß Teigs gelegt worden / muß man gleichfalls Saltz / Pfeffer / Cardamomen / Muscatblüh und Negelein / wie auch klein= geschnittene Citronen= Schelffen / und ein paar Händ voll von geriebenen schwartzen Rocken= Brod / dieweil diese Brüh schwartz seyn muß / darein streuen / den Fisch mit Citronen= Limonien= Plätzen und Butter belegen / dann den Deckel zuschlagen ; die Pasteten ablänglicht formen / und ferner verfertigen / wie bekandt : wann sie dann eine Stund im Ofen gestanden / wird ihr ein halb Seidlein Brüh / von halb Essig und Wein / gegeben / und ferner ein paar oder sieben viertel Stunden lang abgebachen.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Eine Karpffen= Pasteten.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 036,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-karpffen-pasteten (11.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.