Eine Junge Gans in einer weissen Limonien= Brüh.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 08, Nr. 078

Originalrezept:

WAnn die Junge Gans schön gebrühet und gebutzet ist / wie vor beschrieben / setzet sie im Wasser zu / saltzets wie ein Fleisch / und damit sie recht wohl geschmack wird / thut eine Blumen= Muscatblüh / und eine Ingberzehen daran / lassets mit sieden; wann es schier weich gesotten / giesset in einen stollichten Hafen von der Gansbrüh / so viel man haben will / wie auch ein Löffelein voll geröstetes Mehl darein / würtzets und machets allerdings zusammen / wie die vorig= beschriebene Limonien= Brüh / nur daß man keinen Saffran dazu thue / und an statt des gerösteten Mehls / einen Weck / oder nur die Brosamen davon in einer Fleischbrüh weich sieden lasse / dann durch einen Seiher treibe / mit Pfeffer / Ingber und Muscatblühe würtze / Limonien hinein schneide / und ein wenig Essig daran giesse / daß die Brüh etwas säuerlicht werde: Dann wird die Gans noch etwas in dieser Brüh / zuletzt aber ein Stück Butter / mit aufgesotten / und also zu Tisch getragen. *

* An statt der Limonien= Brüh / kan man auch andere an eine Junge Gans machen / als von Stachelbeern oder Agrest / ausgekörnten frischen Erbsen / Petersilien= Kraut und dergleichen / welche hier und dar in diesem Koch= Buch beschrieben zu finden / und in dem Haupt= Register unbeschwehrt nachzuschlagen.

Transkription:

Lukas Fallwickl

Zitierempfehlung:
Lukas Fallwickl (Transkription): "Eine Junge Gans in einer weissen Limonien= Brüh.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 08, Nr. 078,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-junge-gans-in-einer-weissen-limonien-brueh (09.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.