Eine Hasen= Pasteten / auf andere Art.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 022

Originalrezept:

EIn Haas / wann er gebeitzt / gespickt / und die Füsse vom Hindertheil herab geschnitten worden / soll man ihn zuvor ein wenig auf den Rost legen und abtrocknen / damit er nur nicht so gar naß auf den Teig komme / alsdann wohl einwürtzen wie ein anders Wildpret / und den beschriebenen Teig indessen zu den Boden nach dem Hasen formiren / würtzen ; und / wann man will / auch ein wenig geriebenes Rocken= Brod darauf streuen / den Hasen darauf legen / und mit Butter und Limonien / oder Citronen / wie das vorbeschriebene Wildpret überlegen : Will man aber ein Gehäck darein machen / so nimmt man die vordern Theile oder das Vorhäs von den Hasen / läst es mit Wasser und ein wenig Essig absieden / löset das Fleischige von den Beinen herab / hacket es klein / feuchtet es mit ein wenig Essig und Wein an / rührt allerley gute Gewürtz / als Pfeffer / Cardamomen / Muscatblüh / Muscatnuß / und etwas von Negelein darunter / druckt Citronen= Safft darein / streuet ein klein wenig klein= geschnittene Citronen oder Limonien= Schelffen darauf / mischt alles wohl unter einander / legt es auf den Boden der Pasteten / und den Hasen oben darauf ; dann wird die Pasteten ferner verfertiget und aufgesetzt : wie schon im Anfang dieses Theils zur Gnüge beschrieben worden.

Transkription:

Irene Tripp

Zitierempfehlung:
Irene Tripp (Transkription): "Eine Hasen= Pasteten / auf andere Art.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 022,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-hasen-pasteten-auf-andere-art (19.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Irene Tripp.