Eine Hasen= Pasteten.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 021

Originalrezept:

DIe Hasen werden zuvor gebeitzt und gespickt / und ihnen das Ruckgrad / an zwey oder dreyen Orten / ein wenig gelöst / die Beine abgeschlagen / die Füsse biß an das Gelenck davon geschnitten ; und alsdann / wann sie gewürtzet worden / in einen länglichten Teig oder Pasteten eingeschlagen.

Wann man aber einen Hasen mit einem Gehäck einschlagen will / so kan man das Gehäck zuvor auf diese Weiß zusamm machen : Das Vorhäs oder die vördere Lauffer vom Hasen / siedet man im Wasser ab / biß sie weich werden / und das Fleisch sich gerne von den Beinen lösen lässet ; dann hacket man selbiges samt einem Speck wol klein / thut es in ein Nepfflein / und eine Hand voll gerieben Rocken= Brod / wie auch eben so viel Zucker daran / giesset ein wenig Essig / nach belieben / dazu / schläget ein paar Eyer darein / und rühret es alles wohl unter einander / würtzets dann mit Saltz / Pfeffer / Ingber / Negelein / Cardamomen und Muscatblüh / rührt auch ein wenig klein= geschnittene Citronen= Schelffen darunter ; macht es also ferner zusammen / wie schon gedacht : Dieses Gehäck pflegt man auf den ausgewälcherten Teig deß Bodens / und den bereits gewürtzten Hasen zu legen / auf selbigen aber Citronen= Plätze und Butter / und ihn mit Gewürtz noch einmal zu bestreuen / alsdann die Pasteten nach der Form deß Hasens gar zu verfertigen. Man darff aber dieser Pasteten / weil sie mit einem Gehäck gemacht ist / nur eine einige Brüh geben ; nemlich / wann sie eine halbe Stund im Ofen gestanden / ein halb Seidlein / halb Essig und Wein / und alsdann selbige ferner abbachen lassen.

 

Transkription:

Irene Tripp

Zitierempfehlung:
Irene Tripp (Transkription): "Eine Hasen= Pasteten.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 021,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-hasen-pasteten (09.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Irene Tripp.