Eine grüne Suppen / von einem mit Pisdazi gespickt / angelegten Hechten mit Spargel / Knödlein / und Strützlein.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-2 Kap. 2 Nr. 020

Originalrezept:

ERstlichen / nimm zwey Hechte in der Grösse nach Nothdurfft deines Gedunckens / oder nach gestalt der Schüssel / und Personen / für welche dieselbe gehöret / löse das Brät von denen zwey Hechten sauber herunter / jedoch / daß an einem der Kopff sammt dem gantzen Grat aneinander gelassen werde / saltze denselben ein wenig / und behalte ihn zum Anschlagen / alsdann saltze und hacke auch das Brät mit etwas wenigen guten Butter / als dasselbe an sich selbsten ist / gantz klein untereinander / hernach nimm genugsam in Milchram geweichte Semmel / und mache mit kleingehackten Zwibel / Petersil / ein wenig Pfeffer / wohl Muscatnuß / auch Eyer / ein wenig Eingerührtes darein / und lege den Grat in ein zuvor wohl mit Butter betrichenes / darzu bequemes Geschirr / schlage von dem Gehäck soviel daran / biß der Fisch die Gestalt seiner rechten Grösse bekommt / und zwar in Form eines Rings / mache auch von disem Taig einen Ring um die Schüssel eines guten Fingers; oder / wann die Schüssel groß ist / Daumen dick / aus dem übrigen Taig aber bereite acht Strützlein zum bestecken / und kleine Knödlein setze um den angelegten Fisch / sammt der Schüssel mit dem Ring / und denen ach Strützlein / mit zuvor ein wenig daran gegossenen süssen Milchram / ein Zeit vor dem Anrichten in einen warmen Ofen / gibe acht / daß es nicht zu trucken werde / und bestecks hernach mit gantzen oder geschnittenen Pisdazi, die Knödlein aber siede in guter Erbs=Brühe: Underdessen nimm auch die Spargel / schneide die Zipffel schön Bröcklein=weiß biß auf das Harte herunter / wirff es in frisches Wasser / seigs ab / und überbrühe es ein wenig in gesaltzenem Wasser / alsdann seigs wiederum ab / und schütte zugleich ein wenig frisches Wasser darüber / lasse es mehrmahlen wohl abseigen / und legs mit Butter / Pfeffer / Muscatblühe oder Nuß / sammt einem mit Näglein besteckten Zwibel / auch klein=gehackten Petersil in –ein Reinlein / giesse von der durchgetriebenen / mit der übrig= verbliebenen Fischgrat / Zwibel / Petersil / Butter / Rosmarin / und Muscatblühe wohlgemachten Erbs=Brühe daran / thue es auf eine Glut / und richte folgendergestalten an: Erstens / setz die Schüssel mit gebähten Schnitten auf eine Glut= Pfanne / giesse von obbesagter Erbs=Brühe daran / lege den angeschlagenen Fisch auf die Mitt / richte den Spargel schön herum / die acht Strützel Sternweiß um den Hechten darauf / und Knödlein entzwischen / schaue / daß du Brühe genug hast / und trags schön warmer zur Tafel.

Übersetzung:

Grüne Hechtsuppe mit Pistazien und Spargelknödel

Transkription:

Simon Edlmayr, Martina Rauchenzauner

Zitierempfehlung:
Simon Edlmayr, Martina Rauchenzauner (Transkription): "Eine grüne Suppen / von einem mit Pisdazi gespickt / angelegten Hechten mit Spargel / Knödlein / und Strützlein.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-2 Kap. 2 Nr. 020,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-gruene-suppen-von-einem-mit-pisdatzi-gespickt-angelegten-hechten-mit-spargel-knoedlein-und-struetzlein (22.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Marlene Ernst.