Eine gemeine Gallert oder Sultze / auf andere Art.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 14, Nr. 002

Originalrezept:

NEhmet drey oder vier Füsse / zusamt einem Ohr von einem Schwein / putzet und waschet sie ; giesst in einen Hafen oder Topff eine gute Maas Wein / ein achtel= Maas Wein= Essig / und das übrige Wasser daran / saltzets / und lasset zwey oder drey Muscaten= Blumen / Pfeffer / eine Ingber= Zehen / ein gut Stücklein klein= gebröckelte Zimmet / und etwas wenigs Saffran / in einem Bindelein mit sieden ; wann die Füsse und das Ohr schier weich seyn / thut Zucker daran / lassets noch eine weile sieden / biß die Füsse recht wohl weich sind : setzet alsdann zwei oder drey Schüsseln zur Hand / nach dem man viel oder wenig Brühe hat / streuet erstlich klein= geschnittene Zimmet / Negelein / Cardamomen / Muscaten= Blüh / auch Weinbeer oder Corinthen und Rosinen in die Schüssel / nehmet aber die Kerne zuvor heraus / und waschet sie ; seihet hernach die Füsse ab / legets in die Schüssel / überschöpffet die süsse Brüh oder Sultzen mit einem Löffel / daß das Fette alles davon komme / und nicht ein Aeuglein darauf stehen bleibe : alsdann seihets durch ein reines Tuch / giesst dann mit einem grossen Löffel die Brüh fein allgemach über die Füsse / lassets / wie gedacht / zuvor ein wenig bestehen / streuet wieder Rosin und Weinbeere oder Corinthen darauf / wie auch abgezogene Mandeln ; giesset die übrige Sultzen gleichfalls darüber / bestecket sie mit länglicht= geschnittenen Mandeln / lassets an einem kalten Ort stehen / damit sie sich völlig sultze.

Transkription:

Juliane Wiemerslage

Zitierempfehlung:
Juliane Wiemerslage (Transkription): "Eine gemeine Gallert oder Sultze / auf andere Art.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 14, Nr. 002,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-gemeine-gallert-oder-sultze-auf-andere-art (29.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Juliane Wiemerslage.