Eine gefüllte Suppe.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 01, Nr. 007

Originalrezept:

NEhmet kälberne abgeschipffte Briese / hacket sie klein / röstet dann ein wenig geriebenes Eyer= Brod in Butter / und rühret es unter die gehackte Briese / würtzet es mit Pfeffer / Muscat= Blüh und Cardamomen / schlaget Eyer daran / zu zwey paar Briesen nehmet zwey Dötterlein und ein gantzes Ey / und rühret das Gehäck mit an / giesset ein wenig Fleischbrüh dazu / doch nicht zu viel daß es nicht zu dünn wird / thuts ferner auf diejenige Schüssel / darinnen es zu Tisch getragen wird / und lasst es auf einer Glut oder Kohlfeuer einen Sud aufthun / daß es gleichsam nur ein wenig stockicht wird: indessen bähet Schnitten von einem Weck oder Semmel / und röstet solche schön trocken in Schmaltz / leget dann diese Schnitten auf das Gehäck in die Schüssel / und lasset eine Fleisch= oder Hennen= Brüh siedend werden / würtzet solche mit Cardamomen und Muscaten= Blüh / thut auf die letzt auch ein gut Stücklein Butter hinzu / und giesset solche über diese gefüllte Suppe.*

*Wanns beliebt / kan man auch zuvor mit der siedenden Brüh ein oder zwey Eyer= Dottern verklopffen / anrühren und über die Suppe richten: oder man kan auch an statt der Fleischbrüh ein Gestossenes von Hennen= Beinen dazu machen / wie dergleichen Suppen bald hernach beschrieben werden: man mag auch solche gefüllte Suppen von ausgeschählten Krebsen machen / dieselbe klein hacken / und die Füll allerdings anmachen / wie allbereit oben von den Briesen gemeldet worden: Oder man kan Krebs und Briese zur Füll unter einander nehmen / dann von den gestossenen Krebsschalen eine Suppe darüber richten; wie selbige besser unten beschrieben zu finden.

Transkription:

Christiane Egger

Zitierempfehlung:
Christiane Egger (Transkription): "Eine gefüllte Suppe.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 01, Nr. 007,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-gefuellte-suppe (18.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Magdalena Bogenhuber.