Eine Citronen= Brüh über schwartzes Gebratens.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 06, Nr. 010

Originalrezept:

Bähet einen Schnitten rocken Brod / giesst einen Wein daran / und last es zusammen sieden; zwingts durch / würtzets mit Muscaten= Blüh / Pfeffer / und ein wenig Cardamomen / thut auch das Marck von einer Citronen dazu / reibet aber solches zuvor ab / daß kein Kern darinnen bleibt / streuet einen Zucker und Trisanet darein / last alles nochmal aufsieden; zu letzt werfft würfflicht= geschnittene Citronen= Schelffen hinein / und richtets über das Gebratens. *

* In diese Brüh kan man auch ein wenig Triebes / so in der Bratpfannen geblieben / mit untermischen.

Anmerkung:

Triebes =  Trübes (s. auch Rezept Nr. 17); der Bratensatz oder -fond. Beim Anbraten von Fleisch entstehen aus Fett und ausgetretenem Fleischsaft durch die sogenannte Maillard-Reaktion aromatische Röst- und Farbstoffe, die eine natürliche Saucengrundlage bilden.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Eine Citronen= Brüh über schwartzes Gebratens.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 06, Nr. 010,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-citronen-brueh-ueber-schwartzes-gebratens (16.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.