Eine Brisilln= Pasteten

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 025

Originalrezept:

MAn nehme einen kälbernen Schlegel / und haue das fleischichste Stuck / so groß als lman es haben kan / herab ; dann lasse man aus demselbigen Stuck wiederum zwey oder drey Theil nach der Länge hauen ; löse oder ziehe selbigen mit einem Messer die obere zähe Haut ab / leg diese Stücke in einen Essig / und laß sie darinn / so lang man will / drey / vier/ biß in sechs Tage beitzen : wann man sie nun in die Pasteten einschlagen soll / werden sie zuvor auf beyden Seiten gespickt / und in einer Brat= Pfannen / gleich wie eine Kalbs= Keule oder Schlegel zuvor etwas abgetrocknet ; sie sollen aber am besten seyn / wann man selbige ein klein wenig abschipffen oder absieden / und dann aber wieder erkalten lässet : wann sie nun also erkaltet / werden sie auch / gleich wie der zuvor beschriebene oder kälberne Schlegel gewürtzet / und allerdings auf dieselbige Art und Weise mit Limonien und Butter in die Pasteten eingeschlagen : man kan sie auch mit einem Gehäck oder ohne dasselbige zusammen richten / auch den Teig / nach selbst eigenen verlangen / formiren ; und wann die Pasteten gebachen / die schon beschriebene Brüh darüber machen .

Anmerkung:

Presolen oder Brisillen oder wie hier im Rezept Brisilln sind Koteletts und werden auch als Carbonädlein bezeichnet

abschipffen – mit heißem Wasser übergießen – überschütten

Transkription:

Irene Tripp

Zitierempfehlung:
Irene Tripp (Transkription): "Eine Brisilln= Pasteten", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 025,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-brisilln-pasteten (24.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Irene Tripp.