Eine andere gute braune Suppen gemischet / mit frisch= gehacktem Rindfleisch / oder Fett.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-1 Kap. 9 Nr. 235

Originalrezept:

ERstlich mache ein gutes jus, oder braune Brühe / alsdann nimm anders dergleichen Rindfleisch / hacke solches mit genugsamer Fetten gantz klein / mische in dem Hacken nach Nothdurfft Saltz / Pfeffer / wohl Muscatnuß / Rosmarin / gar ein wenig Knoblauch und Dimian, oder Kuttelkraut / sammt ein wenig Wein darunter / hernach nimme etlich halb= gebratne Bratwürst / eine Handvoll Pinioli oder Pisdazi, etwas von Zewelädiwürsten gebachene Knödlein / gescheelte und gebratne Castanien / etliche Schnecken / Hüner= Mäglein / Brüß / und so du es haben kanst / Austern auch Maurachen: Wann du nun die Maurachen / und die Mäglein gebutzt / überbrühet / gewürtzt / un dim Butter geröstet hast / so thue alle dise Stück in ein untergriffenen Kapaun zwischen die Haut / und innwendig hinein füllen / oder lasse den Kapaun aus / und fülle damit ein Netzlein / wickle solches fest zusammen / jedoch in Form einer dicken Wurst / schlage dises Netz / sammt der Füll an statt des gefüllten Kapaun in das anfangs beschriebene Gehäck ein / bedecks um und um / wenigst Fingerdick / richts in ein mit Butter bestrichenes wohl= verzinntes Geschirr / und leg etliche Blättlein Speck darunter / auch ein paar mit Näglein besteckte Zwibel darzu / vermachs übersich wohl mit einer Decke / und mit einem Taig verpichs wohl um und um / hernach bachs in dem Ofen gleich einer Pasteten / verfertige auch von dem übrigen Taig klein= gebachne Knödlein / wie nicht weniger wiederum andere Maurachen / mit gebachnen Petersil / oder Selleri= Wurtzeln / oder in Abgang dessen mit Stich= Rüblein; Wann also dises geschehen / so treibe das jus, oder braune Brühe durch ein härenes Sieblein / gieß überall davon an die braun= gebachene Sachen / mit noch ein wenig lind= gesaltzener Fleischbrühe / und laß es aufsieden / setz die Schüssel mit gebähtem Brod auf eine Glut / schütte gar ein wenig daran / alsdann nimm die Würst aus dem Ofen / machs auf / thue die gefüllte Wurst mit Vortheil heraus / daß du sie gantzer auf die Suppen bringest / bestecks geschwind mit Pisdazi, oder Pinioli, und seige die hinterlassene Brühe in die braun= gebachene Sachen / gibs nach der Ordnung um die Wurst herum / und trags auf.

Transkription:

Lukas Fallwickl

Zitierempfehlung:
Lukas Fallwickl (Transkription): "Eine andere gute braune Suppen gemischet / mit frisch= gehacktem Rindfleisch / oder Fett.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-1 Kap. 9 Nr. 235,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-andere-gute-braune-suppen-gemischet-mit-frisch-gehacktem-rindfleisch-oder-fett (16.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.