Eine Aal= Pasteten / auf andere Art.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 032

Originalrezept:

ERstlich wird der Aal aufgemacht / und in Stücke zerschnitten / als wann man ihn blau sieden wolte / und mit Cardamomen / Muscatblüh / und ein wenig Pfeffer gewürtzt ; indessen machet man einen Pasteten= Teig an / wälchert ihn aus / formiret den Boden zu der Pasteten / wie man sie selbsten / rund oder etwas schmal und ablänglicht verlanget ; dann werden die Stucke nach einander darauf / und auf dieselbige Butter und Citronen= Plätze gelegt : auch pflegt man auf den Aal / wann er eingewürtzt ist / Citronen= Safft zu drucken / und wann er auf den Teig gelegt worden / oben ein wenig mit geschnittenen Citronen= Schelffen und Gewürtz zu bestreuen ; dann den Deckel darauf / und die Pasteten folgends fertig zu machen. Es wird auch gemeiniglich die zuvor beschriebene Brühe / gleich wie in die andern Pasteten / oder aber eine Citronen= Brüh / so noch besser ist / darüber gemacht / auf diese Weise : Es wird ein weisses Brod im Wein gesotten / dann durchgezwungen / wohl gewürtzt / Citronen= Safft hinein gedruckt / und klein= geschnittene Citronen= Schelffen darein gestreuet ; solches alles läst man miteinander aufsieden / und würfft zu letzt ein gut Stuck Butter hinein : wann nun die Pasteten fast gar gebachen / wird die Brüh / wie in eine andere Pasteten / durch einen Triechter hinein geschütt : alsdann / gleich wie alle andere / ein wenig geschüttelt / damit es alles wohl untereinander komme / worauf man sie noch eine kleine weil in dem Ofen stehen lässet / so ist sie fertig.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Eine Aal= Pasteten / auf andere Art.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 04, Nr. 032,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=eine-aal-pasteten-auf-andere-art (15.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.