[Ein wilde Ganß gesotten in Hiersebrey.]

Aus: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 03, Teil 14, Nr. 07

Originalrezept:

Nim(m) ein gute feißte Ganß / glid sie ab / vnnd wasch sie auß / setz sie zu mit einem Wasser / thu auch Saltz darein / vnd laß damit sieden / verfaum es wol / zeuch sie auß der Brüh / nim(m) Hiersebrey / vn(d) wasch jn sauber auß / klaub jhn / vnd setz jn auffs Feuwer / quell jn ab in einem Wasser. Wasch jn widerumb auß / vnnd nim(m) die Brüh / da die Ganß jnnen gesotten hat / mit dem feißt / seig es auff den Brey / vnd laß fein sieden in dem Hafen / rürs offt vmb / daß nicht anbrennt / Vnd nim(m) viel Feißt von der Ganß / vnd laß wol damit sieden / so wirt es desto wolgeschmacker / vnd machs nicht gar zu dick. Wenn der Brey wol gesotten vnd wolgeschmack ist / so thu die Ganß / die du hast lassen sieden / darein / vnnd laß widerumb sieden / so wirdt es gut vnnd wolgeschmack. Also kocht man die Gänß in Hiersenbrey.

Anmerkung:

Als Hierse(n)brey(n), auch Hirschbrein, wird im süddeutschen Raum sowohl die enthülste Hirse selbst als auch der daraus gekochte Brei bezeichnet; manchmal spricht man auch von gelbem Breyn, da die Hirsekörner gelb sind.

Im österreichischen Alpenraum wird der gekochte Brei im Dialekt als „Muas“ oder „Ko(ch)“ bezeichnet; in Kärnten auch als Sterz, z.B. der Plenten- oder Türkensterz aus Mais, der Heidensterz aus Buchweizen.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "[Ein wilde Ganß gesotten in Hiersebrey.]", in: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 03, Teil 14, Nr. 07,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-wilde-ganss-gesotten-in-hiersebrey (28.11.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.