Ein Weixel= Dorten.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 16, Nr. 049

Originalrezept:

NEhmet zwey Eyerdötterlein / ein klein wenig Rosenwasser und Zucker / machet ein Teiglein davon an / walchert es aus / schneidets nach einen Zinnernen Deller / rund / richtet ihn eines queren Fingers hoch auf ; walchert dann ein anderes Stück Teig aus / drucket solches in ein Mödelein / bestreichets mit ein wenig Eyer= weis / und klebt es neben herum : streuet dann ein geröstetes Brod / Zucker / Trisanet und Zimmet / auf den Boden ; und leget die Weixeln / so zuvor im Wein gedünstet worden / darauf / biß der Dorten= Hafen voll wird ; setzet ihn also in ein Bach= Oefelein / und giesset / wann der Dorten halb gebachen / etwas von dem Wein / darinnen die Weixeln gedünstet haben / daran ; lasset ihn fertig bachen / bestecket selbigen mit Pinien= Nüßlein / so man an den Spitzen vergulden kann : schneidet auch von eingemachten Citronen= und Pomerantzen= Schelffen länglichte Bögen / und bestecket den Dorten damit / zwischen die Nüßlein ; oder aber machet einen Deckel von einem ausgeschnittenen mürben Eyerdottern= Teig darüber / und verguldet ihn hier und dar / nach belieben.*

*Wanns beliebt / kan man auch an statt deß Brods / Zuckers und Trisanets / eine gute Mandel= Füll auf den Boden legen.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Ein Weixel= Dorten.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 16, Nr. 049,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-weixel-dorten (11.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.