Ein weisser Mandel=Dorten / auf andere Art.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 16, Nr. 027

Originalrezept:

MAn nehme schöner weisser / mit Rosenwasser klar abgeriebener Mandeln ein Pfund / gestossenes Zuckers fünff Achtel=Pfund / das Weisse von sechzehen Eyern geklopfft dazu; rührets wohl unter die Mandeln und Zucker / mischet zwey Loth klar=gestossenen Weck oder Semmel darein / zuvor aber machet diesen Teig an: Nehmet zwey gantze Eyer / ein wenig Zucker und Rosenwasser / rühret und klopffets wohl unter einander / alsdann auch so viel Mehl darunter / biß er sich walchern lässet; walchert dann einen Boden daraus / und einen langen Streiff neben herum / zu legen / so hoch man selber will: dann kan man dieses lange Theil / nach belieben / in einen Spitzen Model drucken; es muß aber beydes wohl ertrocknen. Hierauf machet ein wenig Gummi mit Rosenwasser an / befeuchtet oder bestreichet den Boden damit rings herum / mit einem Pinselein / richtet die Spitzen oder den Teig daran auf / und lassets also wieder ertrocknen; dann giesset man die Füll darein / schmieret daß Blech mit Butter / setzet den Dorten darauf / und läst ihn eine Stund gemach bachen; wann er nun ein wenig erkaltet / übereiset man ihn nach belieben / und beleget den Dorten mit Citronat und Blumen / und verguldet ihn hier und dar nach gefallen. *
So es gefällig / kan man auch eine schöne weisse Spitzen / von Tragant / um den Dorten machen / zuvor aber solchen mit Gummi und Rosenwasser überstreichen.

Transkription:

Magdalena Bogenhuber

Zitierempfehlung:
Magdalena Bogenhuber (Transkription): "Ein weisser Mandel=Dorten / auf andere Art.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 16, Nr. 027,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-weisser-mandeldorten-auf-andere-art (24.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Magdalena Bogenhuber.