Ein Suppen von gesottnen Hünern mit geschnittnen oder welschen Nudlen.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-1 Kap. 4 Nr. 092

Originalrezept:

NImm schön= gebutzte Hüner / schrencke die Flügel / stutze die Füß / stecke die Schenkel ein / und setze sie in einen darzu bequemen Hafen mit Rohrwasser zum Feuer / dann von dem Ziehbrunnen= oder Salpeter= Wasser wird alles Fleisch in dem Sieden roth / lasse sie anfangs schön verschaumen / lege Saltz nach Nothdurfft / auch Petersil= Wurtzen und gantze Muscatblühe darzu / und thue es an die statt gemach sieden lassen / alsdann mache von schönen Meel und Eyer einen festen Taig walge ihn dünn aus / und schneide die Nudlen in der Länge eines halben Fingers / und gantz dünn wie ein Faden / dann wann mans gar zu lang läßt / seynd sie gar unbequem und verdrüßlich zu essen / mache ein siedheiß gesaltzen Wasser in einer Pfannen fertig / brühe die Nudel darein / seige es wieder ab / und thue sie hernach mit kalten Wasser / doch nicht gar zu starck / dann sonsten werden sie gantz abgeschmack / abkühlen / legs wiederum in ein Rein mit guter Hüner= Brühe / mache sie recht mit frischem Butter / Saltz und Saffran / lasse es noch einmal aufsieden / lege die gesottne Hüner in die Schüssel / und die Nudlen darüber. Hast du aber welsche Nudlen / so werden selbige / wann sie ohne diß sauber seynd / gleich truckner in ein Rein geleget / Fleischbrühe / Butter / oder fette Hühner= Brühe / und ein wenig Saffran daran gethan / an die statt aber nicht lang gesotten / und über die Hüner angericht / auch hernach schön warmer zur Tafel aufgetragen.

Transkription:

Lotte Caglar

Zitierempfehlung:
Lotte Caglar (Transkription): "Ein Suppen von gesottnen Hünern mit geschnittnen oder welschen Nudlen.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch I-1 Kap. 4 Nr. 092,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-suppen-von-gesottnen-huenern-mit-geschnittnen-oder-welschen-nudlen (24.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lotte Caglar.