Ein Schüssel= Mus.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 02, Nr. 022

Originalrezept:

ZErklopffe fünff oder sechs Eyer / gieß eine halbe Maas Kern / oder süssen Ram / und ein wenig Rosenwasser daran / zuckers nach belieben / und klopffe es wol: nimm hernach eine Schüssel oder Tiegel / bestreichs mit Butter / gieß den Ram mit den Eyern darein / setze selbige auf eine Glut / und lasse es gemach zusammen gehen / aber nicht lang sieden: alsdann decke es mit einer solchen Stürtze / die neben herum einen aufgebognen Rand hat / zu / thue glüende Kohlen darauf / damit es oben braun werde; wann du nun siehest / daß es gestanden / und seine rechte Dicke bekommen hat / auch oben schön braun ist / so hebs von der Glut wieder herab / streue Trisanet oder Zimmet und Zucker darauf / und trags zu Tisch.

Anmerkung:

Die „Stürtze“ ist ein Deckel mit aufgebogenem Rand, auf den man rundherum Glut häufte, um eine Speise auch oben zu bräunen. Oft musste man etwas auf dem Herd zubereiten, weil man keinen Backofen zur Verfügung hatte.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Ein Schüssel= Mus.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 02, Nr. 022,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-schuessel-mus (18.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.