Ein Quitten=Dorten.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 16, Nr. 035

Originalrezept:

DIe Quitten schneidet halb entzwey / nehmet die Butzen heraus / dünstets in Wein und Zucker / biß sie weich werden / und lassets wieder erkühlen; machet dann von Mehl und Eyerdottern einen süssen Teig an / walchert ihn wie zu den Plätzen / schmirt das Dorten=Schärtlein mit Butter / legt den Teig darein; röstet geribenes weisses Brod / mischet Zucker / Trisanet / geschnittene Pomerantzen=Schelffen und Mandeln darunter / streuets auf den Boden / und leget die Quitten darauf: ist der Dorten groß / so macht zwey Lagen / bestecket die obere mit Mandeln; machet einen entweder ausgeschnittenen / oder gantzen Deckel darauf / lasset ihn bachen: wann er nun ein wenig erhascht ist / schmiert den Deckel mit Butter / giesset durch ein Trichterlein etwas Wein darein / und lasset ihn folgends abbachen: wolte man keinen Deckel in der Eyl darüber machen / kan man von dem Teig lange Streiffe rädeln / und auf den Dorten etlichmal Creutz=Weiß wie ein Gitter legen / alsdann mit einem Ey überstreichen / und mit Zucker bestreuen.
*Wann man will / kan man auch Tragant=Spitzen um diesen Teig machen; wie bey den Mandel=Dorten gemeldet worden.

Transkription:

Magdalena Bogenhuber

Zitierempfehlung:
Magdalena Bogenhuber (Transkription): "Ein Quitten=Dorten.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 16, Nr. 035,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-quittendorten (07.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Magdalena Bogenhuber.