Ein Mandel=Dorten / noch auf eine andere Weise.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 16, Nr. 025

Originalrezept:

Ziehet von einen halben Pfund Mandeln / die braune Schelffen ab / waschets aus Röhren=Wasser / stossets in einem Mörsel mit Rosenwasser klein ab / weichet eine Semmel=Brosam in guten Ram oder Kern ein / drucket sie nachmal wieder genau aus / schlaget zwey oder drey Eyerdottern / und ein gantzes Ey / daran / thut eines Eyers groß Butter dazu / zuckerts / daß wohl süß wird / streuet Zimmet darein / und stosset alles mit den Mandeln durch einander: machet dann einen guten Teig / von Eyer=Dottern / Mehl und Zucker an / treibet selbigen so groß und breit aus / als ihr ihn verlanget / und zwar etwan eines starcken Messer=Rucken dick / leget den ausgetriebenen Platz / auf ein mit Butter geschmiertes Blech / streichet die Mandeln artig darauf / lasset aber den Teig / zu beeden Seiten eines Daumens breit fürgehen / streichet selbigen neben hinauf / und setzet ihn in einen mit Butter bestrichenen Schart; machet nach belieben / einen Deckel darüber / wiewol es eben nicht nöthig ist: setzet dann diesen Dorten zusamt dem Blech in das Oefelein / lassen ihn bey einem gleichen Feuer bachen; machet einen schönen glatten Spiegel von Zucker und Rosenwasser darüber / und zieret ihn nach gefallen.

Transkription:

Magdalena Bogenhuber

Zitierempfehlung:
Magdalena Bogenhuber (Transkription): "Ein Mandel=Dorten / noch auf eine andere Weise.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 16, Nr. 025,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-mandeldorten-noch-auf-eine-andere-weise (28.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Magdalena Bogenhuber.