Ein Karpff in einer Petersilien= oder Peterlein= Brüh.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 03, Nr. 099

Originalrezept:

NEhmet einen zwey= oder dreypfündigen Karpffen / schuppt und schneidet ihn auf und zu Stücken / wascht ihn aber nicht aus / sondern sprengt denselben also gleich mit Saltz ein / wie einen Fisch den man bachen will ; dann nehmet eine Pfanne / thut ein wenig Wein und Essig darein : zuvor aber siedet ungefehr vier oder fünff Petersilien= Wurtzeln / zusamt ein klein wenig grünen Kraut derselben / und etliche klein= geschählte Zwiebeln / in einem Häfelein Fleischbrüh wohl weich ab / dann giesset von dieser Fleischbrüh auch zu den Wein und Essig in die Pfannen ; wann es nun anhebt zu sieden / thut den Fisch darein : reibt indessen ein klein Händlein voll Haus= Brod / würtzets mit Pfeffer / Ingber / Muscatblühe / Negelein / und druckt ein gut theil Citronen= Safft darein / rührets mit noch ein wenig Essig an : wann dann der Fisch halb abgesotten / giesst diese Brüh auch dazu hinein / wie auch die andere Fleischbrüh samt den abgesottenen Petersilien und Zwiebeln / last alles zusammen in stetem Sud fort sieden und dämpffen / biß sich der Grat am Fisch löset.*
* Hier muß man sich selbsten zu helffen wissen / daß man der ersten und letzern Brüh nicht zu viel daran thue / damit der Fisch nicht zu viel Brüh bekomme / dann der Fisch muß der Brüh so viel haben / daß man kan alles mit einander anrichten ; aber die Zwiebel und Petersilien müssen auf die letzt daran kommen / und mit angerichtet werden.

Transkription:

Juliane Wiemerslage

Zitierempfehlung:
Juliane Wiemerslage (Transkription): "Ein Karpff in einer Petersilien= oder Peterlein= Brüh.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 03, Nr. 099,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-karpff-in-einer-petersilien-oder-peterlein-brueh (28.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Juliane Wiemerslage.