Ein Gras= Göcker oder verlohrnes Hünlein.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 11, Nr. 036

Originalrezept:

NImm drey oder 4. Eyer / schlags in ein Häfelein / klopffs wohl / thue klein= gehacktes Petersilien= Kraut / wie auch Muscaten= Blüh / Saltz / und vier Löffel voll Semmel= Mehl / oder sonst so viel geriebenes Eyerbrod daran / rühre alles wohl unter einander / würff auch ein gut theil Butter hinein ; fülle ein stollichtes halbes Maas= Häfelein halb mit Fleischbrüh an / laß sieden / schütte hernach die Eyer darein / und lasse sie gantz gemach aufsieden ; thue zu solchem Ende unter den Hafen keine Kohlen / aber wohl neben heraus / so werden die Eyer zusammen gehen / verwende je zuweilen den Hafen / und kehre die Eyer mit einem Löffel allgemach um ; habe aber gute Achtung / daß der so genannte Gras= Göcker / oder das verlohrne Hünlein nicht zerfalle ; sonst laß ihn nicht lang sieden ; alsdann gieß ein wenig Brüh herab / thue dagegen einen Butter daran / und richte ihn / wann er aufgesotten / mit Vortheil an / daß er nicht zerbreche. Will man ihn aber gebachen haben / so mache ein Schmaltz in einer Pfannen heiß / gieß den angemachten Teig darein / und laß ihn allgemach bachen / wie einen Eyerplatz : lege ihn dann in einen stollichten Hafen / gieß ein wenig Fleischbrüh daran / und laß ihn mit einer Butter einen Wall aufsieden.

Transkription:

Irene Tripp

Zitierempfehlung:
Irene Tripp (Transkription): "Ein Gras= Göcker oder verlohrnes Hünlein.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 11, Nr. 036,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-gras-goecker-oder-verlohrnes-huenlein (12.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Irene Tripp.