Ein gesultzter Hecht.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 03, Nr. 065

Originalrezept:

SChneide zuvorderst dem Hecht den Kopff ab / und laßt ihn wann er am Rucken aufgemacht und in Stücke zerschnitten worden / schön blau sieden; setzet dann den Kopff in die Mitte der Pfannen / daß er recht aussieden kan / wann er gesotten ist / streuet Rosin / Weinbeer / Cardamomen und wenig Zimmet in eine Schüssel / legt den Hecht darauf herum / stellet den Kopff in die Mitten / gebt ihm die Lebern ins Maul: nehmt alsdann Wein= Essig und Zucker / wie auch Ingber / Pfeffer / Saffran / Muscatblüh und Zimmet / thut ein Loth Hausenblasen dazu / und alles dieses in einen Hafen zusammen / lasst im steten Sud fort sieden / werfft aber auch ein wenig gestossnen Alaun darein / daß die Brüh fein hell werde; wann sie dann gnug gesotten / so legt eine Baumwolle in ein Sieblein / seihet die Brühe durch / lassts ein weil stehen daß sie erkaltet / hernach giessts in die Schüssel / neben den Hecht / hinein / daß er schön blau bleibt: bestecket sie dann mit abgezogenen und länglicht= geschnittenen Mandeln / so man vergulden kan / und setzt es also an einen kühlen Ort / daß es sich sultze.

Transkription:

Lotte Caglar

Zitierempfehlung:
Lotte Caglar (Transkription): "Ein gesultzter Hecht.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 03, Nr. 065,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-gesultzter-hecht (13.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lotte Caglar.