Ein Frucht= Dorten.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 16, Nr. 059

Originalrezept:

MAchet das Gehäck an / wie zu den vorigen / mit Mandeln / Zucker / Semmel= Mehl / Gewürtz und Citronat : befeuchtets mit der Brüh / darinnen die Früchte gedünstet sind : man muß aber die Früchte also dünsten / als Quitten und Aepffel im Wein und Zucker / darnach mit weissen Pinien= Nüßlein bestecken / ehe sie in den Dorten gefüllet werden.

Die Pfersiche und Marilln oder Abricosen werden geschählet / eingezuckert / und / so man will / ein wenig Spanischer oder anderer Wein daran gegossen / und wann sie eine Stund gestanden / der Wein abgeseihet / siedend gemacht / und die Pfersiche oder Marilln in den Sud darein geworffen ; lassets ein klein wenig darinnen ligen / daß sie nur in etwas weichen ; lassets aber nicht sieden / sondern nehmets heraus / und legets auf eine Mandel= Füll in den Dorten.

Prinelln / Zibeben und Hieffen oder Hagenbutten / dünstet man im Wein und Zucker / wie die Quitten / und legets hernach auf die Füll in den Dorten.

Die Weixeln werden in eine Pfannen geschüttet / die nur ein wenig fett ist / und geschweisset / biß sie ein wenig Brüh von sich geben ; ist der Brüh zu wenig / so giesset etwas von Spanischen Wein oder Malvasier daran / und zuckerts wohl : alsdann mehmet sie heraus / machet eine beliebige Füll / und feuchtets mit obiger Brüh / so die Weixeln in dem schweissen von sich gegeben / an ; füllet selbige in den Dorten / und leget die Weixeln auf die Füll ; besteckets mit eingemachten Schelffen und Nüßlein / machet eine Marzepan= oder Tragant= Spitzen herum / und verguldet sie.

Oder:

WAnn man diesen Dorten= Hafen nicht von Marzepan= Zeug haben wollte / kan man ihn von Eyerdötterleins= Teig also machen : Man nehme ein schönes Mehl / giesse ein klein wenig zerlassene Butter darein / rühre etliche Eyer= Dottern und Zucker daran / nach belieben ; wircke also den Teig auf das schönste zusammen / welchen man zu allen Dorten gebrauchen kan / so wol aufgesetzt= als flach= übergeschlagenen / so man in den Scharten zu machen pfleget.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Ein Frucht= Dorten.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 16, Nr. 059,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-frucht-dorten (09.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.