Ein Citronen= Salat.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 07 Salate, Nr. 004

Originalrezept:

NImm Citronen / schneide sie schön gleich zu Scheiben oder Plätzen / hacks mit besonders dazu gemachten Eisenlein zierlich aus / schneide die Plätzlein hernach halb von einander und legs in Zucker / laß über Nacht darinnen ligen; nimm dann eine zinnerne Schüssel mit einen breiten Rand oder Bord / lege eine Schalen darein / und schlichte die Plätzlein rings herum darauf / doch nicht zu weit auch nicht zu eng / und zwar also nach einander / biß sie oben aufgespitzt zusammen gehen / lege dann das Deckelein von der Citronen zu oberst darauf / oder besteck es mit einem Sträußlein von Seiden= Blumen / oder einem Bild von Tragant= Arbeit; beziere den Schüssel= Rand mit Lorbeer= Blättern / und dazwischen gelegten Citronen= Plätzlein: Etliche pflegen die Citronen schön zu schrauben / in vier Theile zu zerschneiden / oder auf andere weise / nach belieben / zu formiren: Insonderheit aber die Citronen= Schelffen / die man von den geschraubten Citronen haben kan / auf unterschiedene Arten in einander zu schlingen / gedoppelte oder einfache Zweiffels= Knoten daraus zu machen / und den Rand der Schüssel / wie auch den Salat selbst damit zu bezieren.

Anmerkung:

Der Schalenrand der Zitronenscheiben wurde mit einem speziellen Gerät zackig eingekerbt. Mit dem „Schrauben von Citronen“ ist vermutlich das spiralige Abschälen gemeint, da mit den langen Schalen einfache oder gar doppelte Zierknoten geschlungen wurden.

Dieser Salat ist aufgrund des extremen Säuregehaltes und der aufwändigen Präsentation wohl eher ein Schaugericht und nicht unbedingt zum Verzehr geeignet.

Kategorisierung:

:

Hauptzutaten: , ,

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Ein Citronen= Salat.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 07 Salate, Nr. 004,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-citronen-salat (25.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.