Ein Castanien Dorten.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 16, Nr. 052

Originalrezept:

NEhmet zwey Pfund frische Castanien / setzet sie in einem Röhren= Wasser zum Feuer / siedets / biß ein wenig lind werden ; alsdann schählet sie / seihet das Wasser aufs allergenaueste herab / stossets mit einem Tröpfflein weissen Rosen= Wasser / in einem Mörsel klein ab / daß sie nicht ölicht werden ; mischet Zucker / Zimmet / und Muscaten= Blüh darunter / reibets wohl unter einander / daß es glatt werde ; nehmets aus dem Mörsel / thut zerschnittenen Citronat und Trisanet dazu / machet also diese Füll mit Eyerdötterlein an / und rührets wohl unter einander : Indessen machet einen Teig an / wie bey denen andern Dorten /  treibet einen grossen Platz aus / ziehet ihn mit den Händen dinn ; schmiret das Blech wohl mit der zergangenen Butter / und leget den Platz darauf ; schmiret dann das Teig= Blat wieder / leget ein ander ausgetrieben Blat darauf / schmieret dieses noch einmal / und streicht die Castanien= Füll schön und gleich darauf / daß der Teig / eines Daumens breit / rings herum raum habe : Machet alsdann oben herum ein schönes Rauten= Gitter / und zwickt ihn artlich zu ; last ihn bachen / daß er sich hebt / und überstreicht das Gitter mit zerklopfften Eyerdötterlein / und ein wenig darunter gerührter Butter / so wird er schön gelb und gläntzend / bekommt auch eine rechte Form ; dann kann man ihn noch ferner zieren / wie es beliebt.

Transkription:

Sepp Meister, Steffi Schinagl

Zitierempfehlung:
Sepp Meister, Steffi Schinagl (Transkription): "Ein Castanien Dorten.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 16, Nr. 052,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=ein-castanien-dorten (25.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Lukas Fallwickl.