Dotter=Brod.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 046

Originalrezept:

Mäget zu zwantzig Eyerdottern / zwantzig Loth rein=gestossenen Zucker / klopffet die Eyerdottern zuvor wohl bey einer halben viertel Stund; hernach schütet den Zucker darein / rührets wieder bey einer halben Stund / und so dann ferner neunzehen Loth gar schönes Mehl / gantz gemach und ja nicht starck / darunter / sonst wird das Brod bläsicht: werffet einen halben Vierding oder Achtel=Pfund abgeschählte / und nach der zwerch zerschnittene / auch eine Stund vorher / im Rosenwasser gelegene Mandeln / mit klein=zerschnittener / Zimmet / Cardamomen / und Muscatenblüh so viel beliebt / darein / und mischets unter den Teig; ist selbiger ein wenig zu dinn / so darff man wohl / über oben besagtes Gewicht / noch etwas Mehl dazu nehmen / dann ein Mehl fliesset / das andere quillet / es muß aber der Teig in der Dicken also beschaffen seyn / daß er eben von dem Löffel abrinnet: Hernach schmiret ein Schärtlein mit Butter / giesset den Teig darein / bestreichets mit frischem Wasser oben her; lassets auf einem Blech / ins Oefelein gesetzet / anderthalb Stunden bachen / biß es schön gelblicht sihet / und haltet das Oefelein in einer steten Hitz: Wann nun dieses Brod gebachen und abgetrocknet / schneidets zu Schnitten / überziehets / nach belieben / mit einem weissen Eiß / schneidet aber die gedachte Schnitten / wann man sie eisen will / etwas dicker / dann sonst; eisets / aber erstlich nur auf der einen Seiten ganz dinn / und stellets wieder in einen Ofen / daß es trocken wird / sonst klebt es unten an: hernach eiset es auch oben / aber etwas dicker / als unten / und belegets mit eingemachten Schelffen und Nüßlein schön zierlich / fassets an dem Rand mit Gold ein / und leget guldene Wecklein oder Stern darauf; oder aber überziehets mit einem Zimmet=Eiß / und verguldets nach der Zierde: Man darff es aber alsdann nicht mehr in den Ofen sezten / sonst verliert es den Glantz / und wird blasicht: Oder man kans auch ungeeiset lassen / welches alles in eines jeden belieben stehet.

Transkription:

Magdalena Bogenhuber

Zitierempfehlung:
Magdalena Bogenhuber (Transkription): "Dotter=Brod.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 046,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=dotterbrod (16.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Magdalena Bogenhuber.