Die Griff vom Ochsen.

Aus: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 01, Teil 01, Nr. 30

Originalrezept:

Setz sie in Wasser zu / thu Saltz vnnd ein wenig Essig darein / vnd laß wol an die statt sieden / thu es herauß / vnnd laß kalt werden / beschneidt es sauber vnd rundt / rößt es in lauter Butter / vnnd wenn du es wol geröst hast / so seig die Butter ab. Nim(m) vnzeitige Trauben / die hart seyn / brich sie von den Stielen ab / vnnd thu sie darein / auch ein wenig Ingwer / vnd Rindtfleischbrüh die nicht versaltzen ist / laß miteinander auffsieden / so wirt es fein säurlich vnd wolgeschmack von den Trauben.

Anmerkung:

  • „Griff“: bei Hagger ist einmal vom „Griff oder Bauchfleisch (vom Hirschen)“ die Rede; dies könnte auch bei Rumpolt gemeint sein. Möglicherweise hängt auch die Bezeichnung „Grieben“ (Grammeln) damit zusammen, die ja aus ausgelassenem Bauchfleisch erzeugt werden. Bauchfleisch wird auch als Wamme bezeichnet.
  • Zum Ansäuern wurde neben Essig auch gerne der Saft unreifer Trauben verwendet, oder auch die ganzen Trauben; dafür war auch die Bezeichnung „Agrest“ üblich. Bei Rumpolt ist an anderer Stelle einmal von „Agrastbeeren“ die Rede.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Die Griff vom Ochsen.", in: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 01, Teil 01, Nr. 30,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=die-griff-vom-ochsen (24.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.