Die gewöhnliche weiße Rindsuppe.

Aus: Die süddeutsche Küche (1858), S.049/1

Originalrezept:

Die besten Stücke sind dazu vom Hinterfuße des Rindes, unter dem Namen:
Schwanzel und Schalörtel, dann Wadschinken, Beine und Rindsleber.
Das Fleisch wird wenig gewaschen und mit kaltem Wasser zugesetzt. Zudecken darf
man es höchstens bis zum Heißwerden, dann nicht, bis die Suppe ganz klar abgeschäumt ist, was fleißig geschehen muß, wobei sie nur langsam sieden soll, da sie sonst trübe wird.
Dann gibt man eine gelbe Rübe und etwas Petersiliewurzel, so wie Salz dazu.
Zu 2 Pfund Rindfleisch, nebst Beinen und etwas Leber, 3 Maß Wasser gerechnet, wird
die Suppe kräftig. Wenn man mehr braucht, nimmt man die erste zur Suppenspeise herab
und gibt noch heißes Wasser auf das Fleisch, so viel man benöthigt.
Ehe man sie zur Suppenspeise verwendet, seiht man sie durch ein feines Sieb, läßt sie
ruhig stehen und auskühlen, worauf man sie langsam in den Hafen schüttet und wieder
aufkochen macht.
Die oft noch zur Suppe gegebenen Stücke von Kohl, Kraut, Zwiebelschalen, Sellerie u.
s. w. sind zu Krämpfen geneigten Personen schädlich.
Leber, Beine und Wurzeln kann man mit etwas Suppenfett abdünsten, bis es Farbe
bekommt, dann mitkochen.

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Die gewöhnliche weiße Rindsuppe.", in: Die süddeutsche Küche (1858), S.049/1,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=die-gewoehnliche-weisse-rindsuppe (15.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.