Der grüne Mandel= Schmarren.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch II-2 Kap. 3 Nr. 038

Originalrezept:

NImm ein halb Pf. abgezogene Mandeln / wasche sie in frischem Wasser aus / und auf einem Tuch getrucknet / und in einem nicht gar zu kleinen Mörsel gestossen / nimm einen grünen Spinat= Dopffen / reibe oder stosse ihn unter die Mandeln / hernach bereite den Zucker also: Man nimmt auf ein halb Pf. Mandeln / ein Viertel Pf. gestossenen Zucker in eine meßingene Pfann / auf einem Glütlein schön rösch und trucken herab geröst / biß er wohl erwarmet ist / hernach den warmen Zucker in ein sauber erdenes Geschirr gethan / und geschwind von 1. oder 2. Lemoni den Safft darein getruckt / und auch von einer Lemoni die Schaalen klein geschnitten / und zuvor überbrühet / hernach die grüne Mandeln auch darzu gethan / von einem Ey das Klar daran geschlagen / und alles unter einander gerührt / der Zucker aber muß ziemlich angefeucht seyn von Lemoni= Safft / ehe die grüne Mandeln darzu kommen / hernach auf ein Oblat Messerrucken dick aufgestrichen / und fein kühl gebachen / daß er schön grün bleibt / und hernach ein weisses Eyß darauf gemacht / und wann das Eyß ein wenig übertrücknet ist / so lege ein Papier darauf / (das Eyß mach also: Nimm einen schönen weissen Zucker in ein meßingenes Pfännlein / und auf einem Glütlein geröst / hernach ein Eyerklar daran gerührt / aber nicht zuviel / daß es wird wie ein Koch / und fein wohl gerührt / biß es schön weiß und dick ist / hernach aufgestrichen / ) das Dorten= Blättlein soll ein wenig mit Butter geschmiert werden / ehe man den Schmarren aufstreicht / sonst ist er hart herab zu bringen / oder mache das Eyß also: Mache ein wenig Faim / oder Schaum von Eyerklar / nimms in eine Schüssel / streue viel klein= gestossenen Zucker darein / und rührs eine Weil ab / bis es dick und glatt wird / und wann der Dorten oder Schmarren an die statt gebachen / und von dem Model oder Blech entlediget / und wieder kalt worden / streicht man erst das Eyß darauf / es wird schon von sich selbst trucken / und ehe es gar trucken ist / wirfft man gefärbten Streu= Zucker darüber / oder laßt es auch gleich nach Belieben weiß; und diß kan bey allen Dorten / welche man weiß haben will / geschehen.

Transkription:

Juliane Wiemerslage

Zitierempfehlung:
Juliane Wiemerslage (Transkription): "Der grüne Mandel= Schmarren.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch II-2 Kap. 3 Nr. 038,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=der-gruene-mandel-schmarren (17.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Juliane Wiemerslage.