Den schönen / weissen und gefärbten Dufft / oder aufgeloffenen Jus-Zucker zu machen.

Aus: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch II-2 Kap. 3 Nr. 058

Originalrezept:

DArzu nimm vom besten weissen Zucker in eine meßingene / etwas tieffe Pfannen / gieß klar Wasser daran / daß der Zucker damit wohl zergeht / dann setze ihn auf eine frische Glut / und laß ihn so lang sieden / biß er schön dick / und um den Ranfft der Pfannen herum schon anfangt zu sterben und weiß zu werden; diß ist die Prob / wann man den Koch=Löffel in den Zucker dunckt / und in die Lufft schwingt / so fliegt der Zucker in die Höhe / wird in einem Augenblick gantz weiß / und fällt langsam herab; Oder man läßt einen Tropffen des Zuckers in ein frisch Wasser fallen / wann er kracht / als hätte man ein Glaß zerbrochen / so ist er genug / dann rühre geschwind ein wenig dicken Eyer=Faum darein / so steigt er geschwind / mächtig in die Höhe / und wird gleich hart und trucken / sobald er hart und noch warm ist / so fahre mit dem Messer um den Zucker herum / und mach ihn ledig / so geht er gantz herauß / und ist so rogel / als wie ein neu=gefallener Schnee / diser Zucker kan auch roth / grün / blau / gelb / Rosen=und Veielen=farb gefärbt werden: Man färbt zuvor das Wasser / in welches hernach der Zucker gelegt und gesotten wird / oder man färbt vorhero den Zucker / thut denselben / sammt den Eyern abrühren und zugleich hinein.
Dieser vorbeschriebene Zucker ist schön auf die Berg=und andere schöne Dorten / damit zu zieren.

Kategorisierung:

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Hauptzutaten: , ,

Transkription:

Magdalena Bogenhuber

Zitierempfehlung:
Magdalena Bogenhuber (Transkription): "Den schönen / weissen und gefärbten Dufft / oder aufgeloffenen Jus-Zucker zu machen.", in: Neues Saltzburgisches Kochbuch (1718/19), Buch II-2 Kap. 3 Nr. 058,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=den-schoenen-weissen-und-gefaerbten-dufft-oder-aufgeloffenen-jus-zucker-zu-machen (07.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Magdalena Bogenhuber.