Daß ein Bier im Sommer oder in der Fasten nicht entzet / oder sauwr werd.

Aus: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 20, Teil 3, Nr. 07

Originalrezept:

Item nim(m) kyen / vnd schneid spänlin darvon einer spann lang / vnd eins fingers breit / vnnd wirff sie auff das Bier / dieweil es noch gantz warm ist / das benimpt jm das Sommerentzen.

Anmerkung:

  • „nimm kyen“: Die Kiefer wurde früher auch „Kienbaum“ genannt, und als Kienholz wurden die besonders harzigen Stücke bezeichnet, die man zu Kienspänen schnitt. Diese dienten sowohl zum Feueranzünden als auch zum Leuchten, und im obigen Rezept verhinderte man mit diesen harzigen Spänen das Sauerwerden und unangenehme Gerüche des Bieres.
  • „entzen“ war früher eine Verbal-Endung, die (üblen) Geruch oder Geschmack anzeigte, z.B. bockenzen, fischenzen, rauchenzen… Es ist heute nur mehr im Wort „faulenzen“ erhalten (vgl. „stinkfaul“). Das „Sommerentzen“ des Bieres bezeichnet den schalen Geschmack / Geruch von verdorbenem Bier, was bei hohen Temperaturen eben besonders oft vorkam.

Kategorisierung:

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Hauptzutaten: ,

Transkription:

Andrea Sobieszek

Zitierempfehlung:
Andrea Sobieszek (Transkription): "Daß ein Bier im Sommer oder in der Fasten nicht entzet / oder sauwr werd.", in: Ein new Kochbuch (1581), Kapitel 20, Teil 3, Nr. 07,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=dass-ein-bier-im-sommer-oder-in-der-fasten-nicht-entzet-oder-sauwr-werd (26.01.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Andrea Sobieszek.