Citronen= Brod.

Aus: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 061

Originalrezept:

NEhmet das Weisse von einem Ey / zerklopffets wohl / biß es einen schönen Gest bekommet; rühret etwas weissen klar= gestossen=  und durchgeräitelten Zucker / vorher aber das abgeriebene Gelbe von einer Citronen / darunter: lasset drey oder vier Tropffen Citronen= Safft darein fallen / und rühret ferner so viel Zucker darunter / biß man meinet / daß es ein artliches / und weder zu vest / noch zu lehnes / Teiglein / sondern also beschaffen seye / daß man allerley Mödelein davon drucken könne; walchert nachmal den Teig ein wenig aus / und drucket mit einem blechernen Mödelein allerley Formen von Blumen= oder Laubwerck darein / oder was man sonst verlanget; legets auf ein Oblat / und so dann auf ein Blech / setzets ins Oefelein / und lassets bey einer schönen gleichen Hitz bachen: Wolte man aber dieses Brod auf keine Oblaten legen / muß man das Blech erstlich ein wenig warm machen / mit weissen Wax bestreichen / nachmal mit einem Tüchlein darüber fahren / alsdann erst das Citronen= Brod darauf legen / und bachen lassen / so wird es sehr gerne / ohne Mühe / und unzerbrochen / von dem Blech herab gehen.

Transkription:

Margit Gull

Zitierempfehlung:
Margit Gull (Transkription): "Citronen= Brod.", in: Vollständiges Nürnbergisches Kochbuch (1691), Teil 17, Nr. 061,
online unter: https://gastrosophie.sbg.ac.at/kbforschung/r-datenbank/?rdb_rezepte=citronen-brod (10.08.2022).

Datenbankeintrag erstellt von Margit Gull.